Zahntechnisches Know-How

Verarbeitung von Dentalloten

Anwendungsbereich

Mit Ausnahme von Titan ermöglichen die Lote von Wegold die Verbindung von allen Legierungsarten (z.B. Gold mit Gold, Gold mit Palladium, Stahl mit Gold, Stahl mit Palladium, etc.) Empfehlungen für Legierungen entnehmen Sie bitte unseren aktuellen Verarbeitungsanleitungen für Legierungen.

Wichtig

Zur Verwendung der Lote entsprechend ihrer Indikationen, sind die Schmelzintervalle der zu verlötenden Legierungen, sowie die  Temperaturverträglichkeit der verwendeten Keramik zu beachten.

Verarbeitungshinweise

Verwendung

Edelmetall-Dentallote sind edelmetallhaltige metallische Dentallegierungen, die als Füllwerkstoffe in Kombination mit den als Grundwerkstoffen verwendeten Edelmetall-Dentalgrundlegierungen zur Herstellung von metallischem Zahnersatz (Sonderanfertigungen) geeignet sind.
Lote dienen dem Fügen der Grundwerkstoffe. Dies wird für Reparaturen lokaler Defekte in oder zum Verbinden einzelner Teile von dentalen Restaurationen durchgeführt. Dadurch, dass sie ein geringeres Schmelzintervall als die Grundwerkstoffe aufweisen, können sie beim Aufschmelzen in diese eindiffundieren und so für eine Verbindung sorgen.

Klinischer Nutzen

EM-Dentallote in Verbindung mit EM-Dentalgrundlegierungen ermöglichen die Reparaturen von Restaurationen bzw. das Verbinden dentaler Restaurationen und der daraus begründeten Wiedererlangung der Kau- und Sprachfunktion und entsprechend indirekt der Verbesserung der Lebensqualität des betroffenen Patienten. Dies erfolgt durch die Fertigung langlebiger und stabiler Verbindungen in dentalen Restaurationen.

Patientenzielgruppe

Die Patientengruppe umfasst alle Personen, die restaurativen Zahnersatz aufgrund einer zahnärztlichen Verordnung erhalten.

Medizinische Indikation

Zahnschäden/-verlust mit Notwendigkeit für restaurativen Zahnersatz, um die Kau- und Sprachfunktion wiederherzustellen.

Anwender und Umgebungsbedingungen

Zahnärzte, Mitarbeiter eines gewerblichen (auch praxisintegrierten) Dentallabors mit Ausbildung zum Zahntechniker oder gleichwertige. Ein Einsatz durch Laien/Patienten findet nicht statt.

Anwender und Umgebungsbedingungen

Zahnärzte, Mitarbeiter eines gewerblichen (auch praxisintegrierten) Dentallabors mit Ausbildung zum Zahntechniker oder gleichwertige. Ein Einsatz durch Laien/Patienten findet nicht statt.

Lebensdauer

Die Edelmetall-Dentallote werden als Halbzeuge ausgeliefert. In dieser Form sind die Produkte quasi unendlich haltbar.
Die Lebensdauer der aus den Dentalgrundlegierungen hergestellten Sonderanfertigungen wird in der Regel nicht durch die Eigenschaften der Dentallegierungen, sondern durch die Beschaffenheiten und Herstellung der Sonderanfertigungen limitiert.  D.h. sie wird durch anwendungsspezifische (zahnärztlich/zahntechnische) sowie biologische und soziale (patientenbezogene) Faktoren bestimmt - in der Literatur gefundene Aussagen zur Lebensdauer von Kronen aus EM-Dentallegierungen weisen aber auf sehr gute Überlebensraten von über 10 Jahren hin.

Einsatz von Loten

Der Einsatz von Loten richtet sich nach den Schmelzintervallen und ggf. Keramikbrenntemperaturen.
Hierbei sind mehrere Lote für verschiedene Legierungen (Grundwerkstoffe) geeignet. Entscheidend für die Funktionalität eines Lotes ist der vorgegebene Anwendungszweck sowie Abstand der Lottemperatur vom Schmelzintervall und den Keramikbrenntemperaturen (Solidus Legierung > AT Vorbrandlot > Brenntemperatur Keramik > AT Nachbrandlot, bzw. bei Gusslegierungen: Solidus Legierung > AT Lot).
Empfohlene Legierungen sind entsprechend dem Anwendungsfall aus dem Lotdatenblatt zu entnehmen.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Lötung

Es ist auf einen parallelwändigen Lotspalt von idealerweise 0,05-0,2 mm Breite zu achten
Die Lötflächen müssen sauber, oxidfrei und metallisch blank sein
Lötflächen müssen ausreichend groß sein und durch ein auf die Arbeitstemperatur
angepasstes Flussmittel (siehe empfohlene Flussmittel) vor Oxidation geschützt werden.

Löten

Den Lötblock so klein wie möglich halten und scharfe Kanten vermeiden.
Die zu lötende Stelle von Löteinbettmasse großzügig freihalten.
Lötstellen gut trocknen lassen.
Lötfuge auf Verunreinigungen kontrollieren.
Das Flussmittel schon vor dem Vorwärmen des Lötblocks platzieren.
Lötobjekt und Block ganz und gleichmäßig vorwärmen.
Lot nicht flächig auf Teile bringen, die keramisch verblendet werden.
Lokal Überhitzungen vermeiden
Nach dem „Schießen“ des Lotes noch einige Sekunden die Temperatur halten

Für Lötungen nach dem Brand gilt außerdem

Vor der Herstellung des Lötblockes die bereits gebrannte Keramik großzügig mit Wachs abdecken.
Nach dem Aushärten des Blockes das Wachs restlos entfernen.
Der Kontakt vom Flussmittel zur Keramik muss vermieden werden.
Beim Löten nach dem Keramikbrand empfehlen wir die Ofenlötung
Die empfohlene Aufheizgeschwindigkeit beträgt 55°C/min.
Ofentemperatur sollte ca. 80° C über der AT des verwendeten Lotes liegen – Haltezeit 5-8 min.
Je nach WAK der Legierung ist auch nach der Ofenlötung die Abkühlgeschwindigkeit des Lötblockes und des Lötobjektes zu beachten.

Nach dem Löten

Vorsichtig das Lötobjekt vom Block trennen
Oxide und Flussmittelreste mit handelsüblichen Beizmitteln (z.B. Wegocid (Wegold)) entfernen
Objekte (vor allem schon keramisch verblendete) nie länger als unbedingt nötig im Beizmittel lassen
Flussmittelreste müssen vollständig (ggf. mechanisch) entfernt werden.

Allgemeines

Beachtung der spezifischen Gebrauchsanweisung für das Edelmetall-Dentallot in Kombination mit der Gebrauchsanweisung der Edelmetalldentalgrundlegierungen.

Empfohlenes Flussmittel

Nobil Metal: Flux LV

Verarbeitungsanleitungen unserer Lote: